Bindung im frühen Kindesalter – Der Einfluss von frühen Bindungserfahrungen des Babys zu seinen Bezugspersonen hat sehr großen Einfluss auf die sozial-emotionale Persönlichkeitsentwicklung

Warum ein Baby insbesondere im ersten Lebensjahr seine Mutter intensiver braucht denn je

Neugeborene kennen den Geschmack des Fruchtwassers und erkennen daher die Milch ihrer Mutter am Geschmack, die anders schmeckt als andere Frauenmilch oder Kunstmilch.

Die Mutter ist auf ihre neue Rolle dank der mütterlichen Hormone bestens darauf vorbereitet und hat ein feineres Gespür für die Bedürfnisse ihres Neugeborenen. Die Mutter behandelt ihr Baby zärtlicher, behutsamer und liebevoller als andere Bezugspersonen. Das Baby speichert diese Erfahrungen in seinem Gehirn ab.

Einige Wochen nach der Geburt entwickelt sich im Gehirn des Kindes der Gesichtssinn. Insbesondere beim Stillen wendet das Kind der Mutter das Gesicht vermehrt zu und starrt es viel mehr an. Dies markiert einen entscheidenden Schritt im Entwicklungsprozess der Bindung des Babys an seine Hauptbezugsperson. Das Kind identifiziert sich voll und ganz mit seiner Mutter, da er sie aus dem Mutterleib kennt und nur die Mutter ist dem Baby nach der Geburt am vertrautesten.

Es sind die natürlichen Erwartungen des Säuglings von seiner Mutter genährt, beschützt und umsorgt zu werden. Das Kind ist hilflos und braucht eine feste Bindung, um überleben zu können. Normalerweise beruhigt sich ein Neugeborenes bei seiner Mutter am schnellsten im Vergleich zu anderen Bezugspersonen, die das Kind nach der Geburt noch gar nicht kennt, da es keine vorgeburtlichen Erfahrungen mit den anderen Bezugspersonen hatte.

Die intensive Mutter-Kind-Betreuung gibt dem Baby Sicherheit, Verlässlichkeit und Vertrauen. Das Kind erkennt mit der Zeit, inwiefern seine Mutter auf seine Bedürfnisse reagiert, was ihm Sicherheit gibt. Das Kind lernt, dass sein Bedürfnis eine prompte Wirkung bei seiner Mutter auslöst und sein jeweiliges Bedürfnis auf die gleiche Art und Weise befriedigt wird.

Die natürlichen Erwartungen des Babys an seine Mutter können dadurch gestört werden, in dem das Kind einer fremden Umgebung ausgesetzt wird oder von anderen Personen betreut wird. Die Betreuung durch andere Bezugspersonen irritieren das Kind, die anders auf seine Bedürfnisse reagieren und auch einen anderen Umgang mit dem Kind haben.

In solchen Situationen fehlt dem Kind innerlich die Sicherheit der Mutter, so dass es Angstanfälle bekommen kann. Das Gefühl von Angst hat die Erhöhung des Stresshormons Cortisol zur Folge. Bei wiederholten und starken Angstanfällen kann sich der Cortisol-Spiegel chronisch erhöhen. Panikattacken und Angstanfälle im Erwachsenenalter können aus negativen kindlichen angstvollen Erfahrungen herrühren.

Sigmund Freuds Vermutungen, dass seelische Erkrankungen des Menschen im Erwachsenenalter bereits in der frühen Kindheit entstanden sein könnten, sind von Kinderpsychotherapeuten bereits bestätigt.

Je früher eine Fremdbetreuung (insbesondere bei Krippen) einsetzt, je länger sie dauert und je anhaltender sie andauert, desto schädlicher ist es für das kleine Kind.

Auch im zweiten und dritten Jahr sollte die Mutter die Hauptbezugsperson sein. Das ist die Voraussetzung, dass das Kind eine stabile Basis und ein sicheres Grundgefühl erwirbt.

Noch bis zum Alter von sieben Jahren bleibt die Mutter eine wichtige Bezugsperson für das Kind. Durch diese mütterliche Prägung als eine Hauptbezugsperson macht das Kind zu einem ausgeglichenen und konzentrationsfähigen Schüler, der als Erwachsener leistungs- und liebesfähig ist.

Daher ist die Mutter für das Kind nicht einfach so durch beliebige Bezugspersonen ersetzbar. Im ersten Lebensjahr ist es die Mutter, die den größten Einfluss auf den Entwicklungsprozess ihres Kindes hat und es am besten fördern kann

Wie gehe ich feinfühlig mit meinem Kind um?

Feinfühlige Eltern beobachten gut ihr Baby, können seine Bedürfnisse richtig deuten und reagieren entsprechend darauf. Das Baby macht daraufhin zahlreiche liebevolle und verlässliche Erfahrungen, wenn seine Bezugsperson seine Bedürfnisse richtig interpretiert. Das Baby erlangt die Sicherheit, dass es sich bei seiner Bezugsperson sicher aufgehoben fühlt und zuverlässig versorgt wird. Es bekommt genau das, was es gerade braucht.

Die Mutter sollte all ihre gedankliche und emotionale Aufmerksamkeit ihrem Baby widmen und mit dem Baby Blickkontakt halten, um auch schwächere Bedürfnissignale wahrzunehmen.

In der Regel greifen Eltern bei der Bedürfnisäußerung ihres Babys auf ihre Intuition zurück. Wenn das Baby quengelt, weint oder schreit, erkennen sie das derzeitige Bedürfnis ihres Babys und reagieren liebevoll und feinfühlig bei der Bedürfnisbefriedigung. Wird das richtige Bedürfnis befriedigt, hört das Baby auf zu weinen. Es wird zufrieden, fühlt sich geborgen und antwortet mit Wohlbehagen, später mit einem Lächeln und Blickkontakt. Der zufriedene Gesichtsausdruck des Babys löst wiederum bei den Eltern positive Gefühle aus. Die Eltern erwidern das Lächeln, sprechen in einer lieblichen Stimme zum Baby und halten Blickkontakt mit ihm. Es entsteht ein stiller Austausch von körperlichen Signalen zwischen Baby und Bezugsperson.

Die Bindung entwickelt sich jedoch nicht nur aufgrund dessen, dass das Baby Bedürfnisse äußert und die Bezugsperson sie erfüllt. Bindung entsteht, weil die Eltern es feinfühlig behandeln. Zum feinfühligen Verhalten gehören Blicke, Gesten und Berührungen, worüber sich Bezugsperson und Baby verständigen. Feinfühliges Elternverhalten ist die Voraussetzung zur Entstehung einer sicheren Bindung.

Babys benötigen ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit, um sich gut entwickeln zu können.

Sowohl Still-Mamas als auch Mamas, die ihr Baby mit der Flasche füttern, können eine sichere Bindung zu ihrem Baby aufbauen.

Still-Mamas mögen im Vorteil sein, da beim Stillen die richtigen Hormone im Körper der Mutter ausgeschüttet werden, die sie empfänglich für eine Bindung machen. Stillende Mütter bauen eher selbstverständlich eine Beziehung durch intensiven und langen Körper- und Hautkontakt zu ihrem Baby auf, während Flaschenkinder auch von anderen Bezugspersonen mit der Flasche gefüttert werden können mit deutlich weniger Hautkontakt.

Die Glückshormone helfen der Mutter sich beim Stillen auf ihr Baby einzulassen, während das Baby am vertrauten Geruch und den liebevollen Blicken Geborgenheit erfährt.

Da eine Still-Mama aufgrund des Stillens ihr Kind nur schwer an andere Bezugspersonen abgeben kann, verbringt sie viel Zeit mit ihm. In dieser Kennenlernzeit entwickelt sie eine Intuition dafür die Bedürfnisse ihres Kindes richtig zu interpretieren.

Eine Mutter, die jedoch halbherzig und widerwillig stillt, empfindet keine Leidenschaft darin ihr Kind zu nähren, seine anderen Bedürfnisse mit dem Stillen zu befriedigen und beim Stillen liebevolle Berührungen auszutauschen. Das Stillen scheint ihr zeitaufwendig und lästig zu sein. Die zweideutigen Gefühle der Mutter können sich auf ihr Kind übertragen. Das Kind wird unsicher, entwickelt nicht das Bild von seiner Mutter als sichere Basis und erfährt wenige feinfühlige Situationen mit seiner Bezugsperson.

Eine Mutter, die liebevoll die Flasche gibt, aufmerksam die Bedürfnisse ihres Babys beobachtet und sich feinfühlig um ihr Baby kümmert, baut garantiert eine sichere Bindung zu ihrem Kind auf als eine halbherzig stillende Mama.

Der Umgang mit dem Baby entscheidet über die Gesamtentwicklung seiner Persönlichkeit und hat Auswirkungen auf die Verhaltensweisen im Erwachsenenalter

Für die spätere Bindungsqualität ist die Feinfühligkeit der Bezugsperson, insbesondere der der Mutter, entscheidend. Richtiges und promptes Reagieren der Bezugsperson auf die Äußerungen von Babys Bedürfnissen entscheidet über das Bindungsmuster, welches das Baby durch seine Erfahrungen entwickelt. Das setzt voraus, dass das Kind nicht lange weinen oder gar schreien muss, um auf seine Bedürfnisse eine Reaktion zu bekommen.

Auch die Gesamtentwicklung seiner Persönlichkeit wird dadurch beeinflusst. Das Bindungsverhalten bildet sich im ersten Lebensjahr heraus und die Qualität der Bindung konnte in Mary Ainsworth “Fremden-Situationen” gezeigt werden.

Eine Erziehung zur Disziplin in Form von Schreien lassen, das Baby alleine lassen und dem Baby wenig Haut- und Körperkontakt in den ersten zwölf Monaten zu bieten, schadet dem Kind enorm. Sie entwickeln das Gefühl nicht wahrgenommen zu werden, sich für ihre Bedürfnisse schämen zu müssen, was die Grundlage für spätere Erkrankungen im Erwachsenenalter bedeuten kann.

Heutzutage sind Depressionen, Verhaltensauffälligkeiten und Neurosen aller Art oftmals an der Tagesordnung. Wird schnell auf die Bedürfnisse des Babys reagiert, kann das Baby nur so die Erfahrung machen, dass es durch sein Verhalten etwas bewirken kann und steigert dadurch sein Selbstwertgefühl.

Fremdeln – ein natürlicher Ausdruck für die Festigung der Bindung

Im Laufe seiner Entwicklung hat das Kind eine Bindung – in welcher Form auch immer – zu seinen Bezugspersonen aufgebaut. Zwischen dem vierten und achten Lebensmonat wird die Sinneswahrnehmung eines Babys differenzierter. Mit der Fähigkeit des Babys sich von seiner Bezugsperson durch Robben und Krabbeln wegbewegen zu können, macht das Entdecken seiner Umgebung dem Baby Angst.

In der Fremdelphase ist das Baby nun fähig zwischen Vertrautem und Fremdem zu unterscheiden.

Sein Verhalten vertraute Menschen anzulächeln und sich von ihnen bespaßen zu lassen, steht nun auf den Kopf. Von jetzt auf gleich verschmäht es seine Bezugspersonen und reagiert ablehnend auf den Kontakt.

Es wendet sich ab, sobald es angesehen wird, rettet es sich zur Mutter und möchte am liebsten nicht vom Arm seiner Mutter weichen.

Auch die Trennungsangst von seiner Mutter kommt während der Fremdelphase nun zum Ausdruck. Das Baby hat die Fürsorge, Sicherheit und Geborgenheit seiner Mutter erfahren und konnte aufgrund der Erfahrungen sein Urvertrauen entwickeln. Verlässt die Mutter nun nur kurz das Zimmer, schon wird das Baby unruhig und fängt an zu weinen. Kehrt die Mutter zurück, ist die Freude groß und nach kurzem Trösten kann es sich wieder seinem Spiel widmen.

Das neue Verhalten des Babys ist kein Grund zur Sorge, sondern bedeutet einen wichtigen Entwicklungsschritt in seiner emotionalen und sozialen Reife. Das Fremdeln ist wichtig, da das Baby eine natürliche und gesunde Distanz gegenüber Unbekanntem entwickelt, was ein wichtiger Schutzmechanismus für sein Überleben aus evolutionsbiologischer Sicht bedeutete.

Im Kleinkindalter von zwei bis drei Jahren klingen die Symptome des Fremdelns immer mehr nach.

Durch das Fremdeln zeigt das Kind, dass eine intensive Bindung zu seiner Bezugsperson besteht. Die Mutter ist der sichere Rückzugsort, wenn das Gefühlsleben des Babys gerade Achterbahn fährt. Am elterlichen Verhalten vermitteln die Eltern dem Baby Sicherheit oder Unbehagen, anhand dessen das Baby neue Situationen oder unbekannte Orte besser beurteilen kann. Die Rückversicherung bei den Eltern kann den Tatendrang des Babys ausbremsen, wenn sie zu ängstlich oder zu sorglos reagieren und dem Baby das Bild vermitteln, dass auch von fremden Personen grundsätzlich keine Gefahr besteht.

Während der Fremdelphase braucht das Kind besonders viel Sicherheit und Geborgenheit. Auf die Bedürfnisse des Kindes sollten Eltern achten und es nicht zwingen auf dem Arm der Großeltern verbringen zu müssen, wenn es dies nicht möchte. Überbehütung ist ebenso fehl am Platz. In Anwesenheit der Mutter können Situationen geschaffen werden, in denen das Baby nach einer gewissen Zeit “auftaut” beim gemeinsamen Spielen oder anderen Aktivitäten mit vertrauten Personen, gegenüber denen das Baby gerade fremdelt.

Fremdelt ein Baby nicht, ist es für Entwicklungspsychologen ein Hinweis dafür, dass die Bindung zwischen Mutter und Kind weniger stabil ist. Das Kind lässt sich problemlos bei anderen Personen rumreichen und zeigt kaum sein Bedürfnis nach Schutz bei seinen Hauptbezugspersonen. Das Baby scheint unkompliziert, da es sich problemlos von anderen betreuen lässt ohne nach der Mutter zu weinen.

Vermutlich hat das Baby schlechte Erfahrungen wie Ablehnung, Distanz, Stimmungsschwankungen der Mutter, emotionale Kälte und Vernachlässigung im Umgang mit seiner Bezugsperson erfahren.

Auch der Charakter des Babys kann entscheidend dafür sein wie stark das Fremdeln ausgeprägt ist, unabhängig vom Verhalten der Mutter im Umgang mit ihrem Baby.

Die grundlegende Bedeutung von Bindung für die Entwicklung von Kindern – Du entscheidest über die Qualität der Bindung

Ein Baby kommt völlig hilflos auf die Welt und ist unmittelbar nach der Geburt auf die Hilfe seiner Mutter oder anderer Bezugspersonen angewiesen. Ohne die Hilfe seiner Bezugsperson würde ein Baby nicht überleben. Das Baby entwickelt zwangsläufig eine Bindung zu seinen Eltern, egal wie liebevoll oder wenig einfühlsam sie mit dem Baby umgehen.

Es ist daher sein Grundbedürfnis sich an seine unmittelbare Bezugsperson binden zu wollen. Dabei steuern genetische Prozesse das Verhalten des Babys. Durch Weinen, Schreien und Anklammern signalisiert das Kind, dass ihm was fehlt oder es sich nicht wohl fühlt. Die Bezugsperson, in der Regel ist es die Mutter, muss herausfinden, welches Bedürfnis des Babys jetzt befriedigt werden muss. Intuitiv handelt die Mutter, in dem sie ruhig und mit höherer Stimme mit dem Baby spricht, es auf dem Arm tröstet, seinen Hunger stillt oder die Windeln wechselt. Durch das “Kindchenschema” des Kindes wird bei den Bezugspersonen das Bedürfnis ausgelöst dieses hilflose Wesen zu beschützen. Das Kind erfährt positive Erfahrungen und es festigt sich eine auf Vertrauen aufbauende Bindung.

Mit der Zeit sollten sich Mutter und Kind einspielen, in dem die Mutter die Anzeichen ihres Babys richtig deutet. Für die Eltern und das Kind entwickelt sich eine der wichtigsten Beziehungen im Leben, die das Kind für sein weiteres Leben prägt. Dabei haben Eltern einen sehr großen Einfluss auf die Qualität der Bindung und darauf, welches Bild das Kind von seinen Eltern bekommt.

Wie Du Dich auf die Bedürfnisse Deines Babys einstellst – Die intensive Betreuung und das lange Stillen sind kein Opfer, sondern eine Investition in ein pflegeleichteres Kind und ein harmonischeres Familienleben

Was Kinder brauchen, ist zusammen verbrachte Zeit. Wenn die Mutter ihrem Kind ihre Zeit schenkt, mit ihm spielt, mit ihm die Welt entdeckt, sich mit ihm freut, ihm zuhört, dann ist das neben dem Stillen die optimale mütterliche Betreuung. Stillen ist nicht die einzige Verbindung zu dem Kind, um eine gute Beziehung und Bindung zum Kind aufzubauen. Eine gute mütterliche Zuwendung zu ihrem Kind erfordert Zeit und sollte nicht als Opfer oder als Verlust eines Teils des alten Lebens angesehen werden.

Das Leben mit einem Kind wird umso leichter, wenn wir seine Grundbedürfnisse erkennen und erfüllen und das Kind sich zu seelisch gesunden Erwachsenen entwickeln kann. Genauso wird das Kind später unsere Bedürfnisse, wenn wir ein gewisses Alter als Eltern erreicht haben, auch erfüllen.

Es ist eine Investition, welches das Leben mit dem Kind in den nächsten kindlichen Phasen einfacher und glücklicher macht.

Mütter geben in der ersten Zeit einige Dinge, von ihren gewohnten Bedürfnissen ab, und müssen früh lernen, dass nun Geduld, Verständnis und Achtsamkeit wichtig sind.

Stillen macht das Leben einer Mutter leichter, auch, wenn sie am Anfang sehr viel Zeit fürs Stillen investiert und ihre Freiheit erstmal einbüßt. Der Verzicht der Freiheit und vielleicht auch auf materielle Dinge, da die Mutter eine längere Elternzeit anstrebt, ist nur vorübergehend.

Mit dem Stillen gestaltet sich das Familienleben um vieles einfacher, was geregelte Schlafenszeiten mit der Einschlafhilfe des Stillens mit sich bringt. Kein Aufstand, wenn’s ums Schlafengehen geht und keine angespannte Atmosphäre innerhalb der Familie. Mit freudigem Nuckeln an der Brust schläft das Kind sanft und schnell ein.

Stillen deckt bereits viele Bedürfnisse des Babys ab. Genießt das Baby Hautkontakt zu seiner Mutter wie beim Stillen, ist es insgesamt zufriedener.

Babys, die länger auf die Brust warten müssen, weil auf seine non-verbalen Hungersignale nicht reagiert wurde, neigen dazu schneller und gieriger zu trinken. Dabei saugen sie mehr Luft ein mit dem erhöhten Risiko Blähungen zu bekommen.

Dank der Immunstoffe der Muttermilch kommen Infektionen beim Stillen seltener vor und Krankheiten verlaufen leichter. Stillen hilft z.B. auch mit Wutanfällen des Kindes fertig zu werden. Ein mürrisches oder bockiges Kind beruhigt sich beim Stillen und gewinnt wieder seine Kontrolle über seine Gefühle schneller. Gerade noch geweint wegen einem blauen Fleck, schon ist die Verletzung nach dem Stillen vergessen. Beruhigt sich das Kind auch nach dem Stillen nicht, ist es ein Zeichen, dass es sich um eine größere Verletzung handelt. Ob bei einem Kratzer oder dem Zahnen: Stillen ist ein natürliches schmerzlinderndes Mittel ohne Nebenwirkungen.

Egal, welche körperliche und seelische Phase das Kind durchläuft, es kommt beim Stillen zur Ruhe.

Das Saugen an der Brust wird in ernährungsbedingtem Saugen und in Saugen zwecks Bindung unterschieden. Das Kind verbringt mehr Zeit an der Brust mit nicht ernährungsbedingtem Saugen als dem Trinken zur Nahrungsaufnahme.

Es lohnt sich Zeit mit Deinem Kind zu verbringen und ihm gegenüber liebevoll zu handeln: Zufriedene Kinder – entspannte Eltern

Die Qualität, inwiefern verlässlich und insbesondere feinfühlig sich die Bezugsperson um das Baby kümmert, hat großen Einfluss auf das kindliche Verhalten und später auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes. Aus der Qualität der kindlichen Bindung lässt sich ableiten wie das Baby sich als Erwachsener im Umgang mit anderen Menschen und mit Problemen verhalten wird.

Doch was ist Bindung genau? Bindung ist die Interaktion zwischen Eltern und Baby. In der alltäglichen Begegnung von Eltern und Baby beim Füttern, Wickeln, Spielen und Trösten lernen sie sich besser kennen. Es entsteht ein gegenseitiges Vertrauen und das Baby fühlt sich bei seinen Eltern sicher und gut umsorgt. Es weiß, es kann sich auf seine Eltern verlassen. Es weint kürzer und seltener, weil es seine Bedürfnisse nicht lange anzeigen muss, damit sie von der Mutter befriedigt werden. Diese Kinder sind ausgeglichener, ruhiger und zufriedener im Vergleich zu Babys, die lange weinen müssen, bis sich die Mutter dann um sie kümmert.

Die Bindung zwischen Eltern und Kind ist eine der innigsten und tiefsten Beziehungen im Leben. Während der Schwangerschaft werden die ersten Weichen für die Bindung gelegt. Die Gefühle der Mutter ihrem Ungeborenen gegenüber spielen bereits eine Rolle, wie sehr sich das Baby im Laufe der Schwangerschaft von der Mutter angenommen und geliebt fühlt. Die Mutter hat in der vorgeburtlichen Zeit Einfluss darauf besonders starke Muttergefühle zu entwickeln, was ihr nach der Geburt erleichtern wird ihr Kind ausnahmslos anzunehmen und intuitiv feinfühlig mit ihm umzugehen.

Durch Erfahrungen während der Schwangerschaft, der Geburt und im ersten Lebensjahr beeinflusst die Qualität der gegenseitigen Bindung von Mutter und Kind das spätere Verhalten des Kindes.

Die richtigen Gefühle und die richtige Einstellung dem Kind gegenüber stellen einen gelungenen Bindungsstart dar.

Im ersten Lebensjahr sammelt das Baby Erfahrungen wie die Eltern bzw. insbesondere die Mutter mit ihm umgehen.

Eine sichere Bindung entsteht durch liebevolle Zuwendung und Ansprache kombiniert mit Körperkontakt durch Tragen, Kuscheln und Babymassagen. Das Schlafen in der Nähe der Eltern (Co-Sleeping) ist ebenfalls ein Bestandteil zum Aufbau einer sicheren Bindung. Bei seiner Bezugsperson fühlt sich das Kind wie im sicheren Hafen.

Quellen und Webseiten:

Entstehung Bindung:
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/0-12-monate/bindung/

Fremdeln:
https://www.wunderweib.de/fremdeln-warum-es-fuer-kinder-so-wichtig-ist-111673.html
https://www.praxisvita.de/fremdeln-17921.html

Video:

“Kummer” von Rene Spitz aus den 1950 er Jahren über die Verwahrlosung von Kindern, die im Krankenhaus ohne Mutter zurückgelassen wurden:

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